

Wenn ich Menschen erzähle, dass ich privat mit Optionen trade, kommt fast immer die gleiche Reaktion:
"Optionen sind doch total kompliziert"
oder
"Optionen sind doch super risikoreich und gefährlich"
und dann
"Das ist nichts für mich"
Das kann ich absolut nachvollziehen, denn tatsächlich bedarf der erfolgreiche Optionshandel gewisser Grundkenntnisse als Voraussetzung und er birgt auch - wie jedes andere Investment - gewisse Risiken.
Ich persönlich schätze Optionen vor allem wegen ihrer logischen Struktur und der lukrativen Renditen.
Also was sind Optionen denn nun?
Optionen sind wichtige Finanzinstrumente moderner Finanzmärkte und werden an regulierten Börsen gehandelt (9)
Sie sind ein Werkzeug, kein Selbstzweck
Entscheidend für ihre Wirkung und die Handelsergebnisse ist, wie sie eingesetzt werden.
Eine Option ist grundsätzlich ein Vertrag zwischen zwei Parteien, der dem Käufer das Recht - jedoch nicht die Pflicht - überträgt, einen Basiswert (z.B. eine Aktie, einen Index oder einen Rohstoff) zu einem bestimmten Datum (Fälligkeit) und zu einem vorher festgelegten Preis (Strike oder Ausübungspreis) kaufen oder verkaufen zu können (1) (2) (3).
Du möchtest 100 Aktien von Apple kaufen und der Aktien-Kurs steht bei 240 USD.
Dann kannst du entweder sofort 100 Apple Aktien an der Börse kaufen und du bekommst die Aktien sofort in deinem Depot gutgeschrieben.
Steigt der Kurs anschließend, machst du Gewinn.
Fällt der Kurs, machst du Verlust.
Dein Investment besteht aus 24.000 USD (100 Aktien x 240 USD).
Alternativ kannst du auch einen Call mit einem Strike von vielleicht 243 USD kaufen.
Damit erwirbst du das Recht, die Aktien zum Preis von 243 USD kaufen zu können (nicht zu müssen).
Steigt der Kurs der Aktie über 243 USD, nutzt du die Option und kaufst die Aktien für 243 USD. Egal, wie hoch der aktuelle Kurs an der Börse steht.
Fällt der Kurs, lässt du die Option einfach wertlos verfallen.
Dein Investment ist lediglich die Prämie für den Call, vielleicht 500 USD.
Zwei Arten von Optionen
Beim Handel unterscheiden wir zwei unterschiedliche Arten von Optionen:
Du kannst im Optionshandel 2 verschiedene Positionen einnehmen: Die des Käufers oder die des Verkäufers
Die folgende Grafik zeigt übersichtlich die Unterschiede und Einsatzmöglichkeiten (1) (2) (3) (5) (6) (7)
Durch diese vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten bieten Optionen die Möglichkeit, jedes gewünschte Ergebnis abbilden/handeln zu können.
Der Käufer der Option zahlt für den Erwerb des Rechts an den Verkäufer eine Prämie.
Die Höhe der Prämie stellt gleichzeitig seinen maximalen Verlust (Risiko) dar.
Das Gewinnpotenzial ist für den Käufer hingegen unbegrenzt
Der Verkäufer (Auch Stillhalter genannt) erhält für die Übernahme der Verpflichtung die Prämie. Diese darf er immer behalten, unabhängig davon, ob die Option genutzt wird oder nicht.
Die Höhe der Prämie stellt für den Verkäufer den maximalen Profit dar
Das Verlustrisiko ist für den Verkäufer hingegen sehr hoch (1) (2) (5)
Grundsätzlich werden Optionen für 3 verschiedene Funktionen genutzt (2) (7)
Zunächst wäre dort die Absicherung zu nennen.
Inhaber großer Portfolios nutzen Optionen, um sich gegen Verluste (Kurseinbrüche, Crashs, Black Swan Events etc.) abzusichern und gleichzeitig die Möglichkeit für Aufwärtspotenziale in der Zukunft zu behalten.
Durch den Kauf von beispielsweise Put-Optionen wird das Depot gegen fallende Kurse gegen Zahlung einer relativ geringen Prämie "versichert", ohne die Wertpapiere im Fall eines negativen Kursverlaufs verkaufen zu müssen.
Dadurch bleibt die Chance auf Kursgewinne in der Zukunft bestehen und ggf. aufgelaufene bisherige Gewinne werden nicht realisiert (lösen keine Steuer aus) (2) (5)
Optionen werden von Unternehmen und institutionellen Investoren zum Hedging genutzt (9)
Durch den Kauf von Call- oder Put-Optionen kann mit sehr niedrigem Kapitaleinsatz direkt auf steigende/fallende Kurse spekuliert werden.
Der Vorteil hier liegt in dem großen Hebel (Verhältnis Kapitaleinsatz zu Gewinnmöglichkeit).
Dem steht allerdings auch das komplette Verlustrisiko der gezahlten Prämie (100%) gegenüber (1) (2) (6)
Trader und spekulative Anleger nutzen Optionen für ihren Handelsansatz (9)
Arbitrage bedeutet, Preisunterschiede zwischen eigentlich gleichen Finanzprodukten auszunutzen und dabei nahezu risikolos Gewinn zu machen (Eine Aktie kostet an der Börse A 200 USD und an der Börse B 202 USD. Dann wird die Aktie an Börse A gekauft und sofort an Börse B verkauft).
Mit Optionen können identische Auszahlungsprofile nachgebaut werden - zum Beispiel eine Aktie über Call, Put und Cash.
Dadurch werden Fehlbewertungen zwischen dem "echten" Produkt und seiner Options-Kombination sichtbar und können ausgenutzt werden (3) (4) (7)
Lediglich professionelle Marktteilnehmer nutzen Optionen, um von diesen kleinen Preisunterschieden zu partizipieren (9)
Privatanleger handeln meistens (ca. 66%) einfache, single-leg-options einer einzigen Art von Option.
Das bedeutet, Sie kaufen oder verkaufen lediglich Call- oder Put-Optionen und wetten damit direkt auf den jeweiligen Kursverlauf.
Institutionelle Anleger hingegen verwenden eher komplexe Strategien, bei denen mehrere Optionen miteinander verknüpft werden.
Privatanleger erleiden mit ihren einfachen Strategien Verluste im Vergleich zum Rest des Marktes. Als Begründung sind schlechtes Timing, hohe Kosten und spekulatives Verhalten zu nennen (11)
Für alle Anleger ist der Verkauf von Volatilität die profitabelste Strategie
Diese Effekte sind dauerhaft zu beobachten und lassen sich nicht durch ein systematisches Risiko erklären.
Was bedeutet: Die Verluste der Privatanleger kommen nicht dadurch zustande, dass sie höhere Risiken beim Handel eingehen, sondern vor allem durch die Art, wie Optionen eingesetzt werden (8)
Privatanleger nutzen Optionen vor allem zur Spekulation; die Absicherung spielt nur eine untergeordnete Rolle.
Außerdem verfügen sie oftmals nur über begrenzte Optionskenntnisse (Hebel, Margin, Zeitwert), was zu Fehlentscheidungen und wiederkehrenden Verlusten führt (12)
Fassen wir die Chancen- und Risiken des Optionshandel zusammen:
Richtig angewendet, können Anleger mit Hilfe des Optionshandel ihr Portfolio
Voraussetzung hierfür ist jedoch umfangreiches Wissen um die Funktionsweise und die Risiken (10)
Gerade ältere Privatanleger verfügen häufig nicht über das benötigte Fachwissen und haben insgesamt eine geringe Finanzkompetenz.
Dies erhöht das Risiko von Fehlentscheidungen beim Handel von Optionen erheblich.
Als Folge hiervon verlieren viele Privatanleger beim Optionshandel Geld (10)
Der Optionshandel kann für erfahrene Privatanleger ein nützliches Instrument zur Absicherung und Erzielung einer höheren Rendite sein.
Er ist jedoch komplex und beinhaltet einige Risiken.
Vor dem Eintritt in den Optionshandel werden daher gezielte Bildungsmaßnahmen empfohlen 😉(10)
Optionen sind weder gut noch schlecht
Ihr Nutzen entsteht jedoch erst durch Wissen, klare Regeln und den richtigen Einsatz!
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(1) Kawadkar, H., & Kadu, T. (2022). Options Trading Strategies - A Guide for New Investors. SAMRIDDHI : A Journal of Physical Sciences, Engineering and Technology.
https://doi.org/10.18090/samriddhi.v14spli01.27.
(2) Zhong, Yi (2023). The evolution of option valuation theory and its application in practice. Financial Engineering and Risk Management. Vol. 6: 12-18.
https://doi.org/10.23977/ferm.2023.060303.
(3) Hai, L. (2022). Options Pricing and Trading Strategies. BCP Business & Management. 25, 792-798.
https://doi.org/10.54691/bcpbm.v25i.1909.
(4) Lee, C. (2020). Options and Option Strategies: Theory and Empirical Results. , 2839-2884.
https://doi.org/10.1142/9789811202391_0083.
(5) Cox, J. (2019). Options Markets. Derivatives.
https://doi.org/10.1002/9781119595663.ch14.
(6) Lassez, C., McAloon, K., & Yap, R. (1987). Constraint Logic Programming and Option Trading. IEEE Expert, 2, 42-50.
https://doi.org/10.1109/mex.1987.4307090.
(7) Subrahmanyam, P., & Anusha, T. (2024). A Study on Futures and Options in Derivative. International Journal For Multidisciplinary Research.
https://doi.org/10.36948/ijfmr.2024.v06i01.13975.
(8) Hu, J., Kirilova, A., Park, S., & Ryu, D. (2023). Who Profits from Trading Options?. Manag. Sci., 70, 4742-4761.
https://doi.org/10.1287/mnsc.2023.4916.
(9) Lee, Y. (2022). Representative Bias and Pairs Trade: Evidence From S&P 500 and Russell 2000 Indexes. SAGE Open, 12.
https://doi.org/10.1177/21582440221120361.
(10) Van Nguyen, H., Ha, G., Nguyen, D., Doan, A., & Phan, H. (2022). Understanding financial literacy and associated factors among adult population in a low-middle income country. Heliyon, 8.
https://doi.org/10.1016/j.heliyon.2022.e09638.
(11) Ari, E., Ustundag, A., & Sivri, M. (2025). Maximizing returns under capped risks: An optimization framework for options trading. Investment Management and Financial Innovations.
https://doi.org/10.21511/imfi.22(2).2025.17.
(12) Bauer, R., Cosemans, M., & Eichholtz, P. (2008). Option Trading and Individual Investor Performance. Capital Markets: Asset Pricing & Valuation.

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