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Eine Option ist im Grunde ein Vertrag zwischen zwei Parteien (dem Käufer und dem Verkäufer). Er vergibt ein Recht, aber keine Pflicht, zum Kauf oder Verkauf eines Vermögenswertes in der Zukunft.
Eine Option verbrieft ein Recht zum Kauf oder Verkauf des Basiswertes
Der Wert der Option hängt von dem zugrundeliegenden Basiswert (z.B. einer Aktie oder einem Index) ab. Daher gehören Optionen zur Gruppe der sogenannten Derivate.
Als Basiswert (Underlying) wird bei Optionen der Vermögenswert bezeichnet, auf den sich die jeweilige Option bezieht.
Der Strike (Ausführungskurs) ist der Kurs, zu dem der Basiswert mittels Option ge- oder verkauft werden kann. Er ändert sich während der Laufzeit nicht.
Optionen haben eine festgelegte Laufzeit. Innerhalb dieser Frist kann der Käufer sein Recht ausüben; nach Ablauf der Frist ist die Option wertlos (1) (2) (3) (4) (5) (6)
Beim Handel einer Option schliessen der Käufer und der Verkäufer einen Vertrag ab.
Der Käufer der Option erwirbt das Recht, den Basiswert (auch Underlying) zu einem festgelegten Kurs innerhalb einer bestimmten Frist in der Zukunft kaufen oder verkaufen zu können.
Hierfür zahlt er eine Prämie an den Verkäufer.
Die Prämie ist der Preis der Option. Sie hängt von mehreren Faktoren ab (Basiswert, Laufzeit, Strike etc.) und ändert sich je nach Marktlage.
Der Kauf einer Option beginnt immer mit einer Ausgabe
Der Verkäufer der Option geht die Verpflichtung ein, den Basiswert zum festgelegten Kurs innerhalb der bestimmten Frist liefern oder abnehmen zu müssen.
Für die Übernahme dieser Verpflichtung erhält er die Prämie vom Käufer.
Der Verkauf einer Option beginnt immer mit einer Einnahme
Der Verkäufer darf die Prämie immer behalten, unabhängig davon, ob der Käufer die Option ausübt oder verfallen lässt (1)
Nehmen wir einmal an, du hast 100 Aktien von XYZ im Depot und der Kurs der Aktie steht aktuell bei 120 USD.
Du rechnest mit einem Kursrückgang, bist dir jedoch diesbezüglich nicht sicher und möchtest die Aktien auch eigentlich nicht verkaufen.
Also kaufst du eine Put-Option zum Ausführungspreis (Strike) von 110 USD mit einer Laufzeit von 90 Tagen.
Diese Option verschafft dir das Recht, jedoch nicht die Pflicht, die XYZ Aktien innerhalb der nächsten 90 Tage jederzeit zum Preis von 110 USD verkaufen zu können. Unabhängig davon, ob der Kurs über oder auch weit unterhalb von 110 USD steht.
Optionen können wie Versicherungen betrachtet werden
Für diese Option zahlst du eine Prämie von beispielsweise 75 USD an den Verkäufer der Option.
Im Optionshandel werden zwei Arten von Optionen unterschieden:
Neben den Arten von Optionen gibt es noch die zwei Positionen im Handel, die du einnehmen kannst:
Aus der Kombination von Optionsart und Position ergeben sich die folgenden 4 Möglichkeiten (1) (2) (5) (6)
Grundsätzlich werden Optionen aus den folgenden drei Gründen gehandelt:
Professionelle Investoren nutzen Optionen, um große Depots und Investments gegen Risiken (z.B. Kursverluste, Preisänderungen) abzusichern.
Diese Art der Absicherung ist besonders beliebt/geschickt, da Optionen im Verhältnis sehr günstig und flexibel sind (3) (4) (7) (8)
Auf Grund ihrer Hebel-Wirkung (mit geringem Kapitaleinsatz können große Vermögenswerte bewegt werden) nutzen etliche Trader Optionen zum spekulieren (1) (2) (9)
Durch ihre vielfältigen Einsatzmöglichkeiten nutzen Banken Optionen - in Verbindung mit beispielsweise Aktien oder Indices - um durch die Kombination feste Produkte für Privatanleger erstellen und anbieten zu können.
Als Beispiel wären die sogenannten Discount-Zertifikate (günstiger Einstieg, begrenzter Gewinn) oder Aktienanleihen (feste Zinsen, dafür Risiko auf Aktienlieferung) zu nennen (9) (10) (11)
Optionen sind unglaublich vielfältig und bieten eine große Bandbreite an Möglichkeiten. Sie beinhalten jedoch auch ein paar Risiken, welche du kennen solltest.
Das folgende Schaubild gibt dir eine erste Übersicht:
Bei den Long-Positionen stehen sehr hohe Gewinne einem extrem niedrigen Kapitaleinsatz gegenüber. Dies bezeichnet man im Optionshandel als Leverage oder Hebel-Effekt und er kann für sehr hohe Renditen sorgen.
Dir muss jedoch auch bewusst sein, dass - mit der falschen Strategie - der gesamte Kapitaleinsatz in Form der ausgegebenen Prämie verloren gehen kann.
Dies würde einem Verlust von 100% entsprechen.
Bei den Short-Positionen hingegen ist der Gewinn auf die Höhe der eingenommenen Prämie begrenzt.
Da auf der anderen Seite hohe bis unbegrenzte Verlust-Risiken bestehen, erscheinen die Short-Positionen auf den ersten Blick unlukrativ.
Richtig eingesetzt kannst du jedoch hier sehr hohe Treffer-Quoten erzielen und somit ist auch diese Seite des Optionshandel interessant.
Als ich vor etlichen Jahren angefangen habe, Optionen zu traden, dachte ich zunächst, den heiligen Gral des Investierens gefunden zu haben:
Ich wusste wenig über Optionen, habe mit großem Risiko getradet und spektakuläre Gewinne erzielt.
Welche ich 5 Wochen später mit nur einem einzigen Trade wieder verloren habe.
Da ist mir der eigentliche Charakter von Optionen klar geworden:
Optionen bieten fantastische Möglichkeiten, wenn man die Risiken richtig handhabt
Also habe ich gelernt, ausprobiert und (m)einen Weg gefunden, mit Optionen profitabel zu handeln.
Heute weiß ich:
Optionen sind kein Weg zum schnellen Reichtum
Aber sie sind eines der flexibelsten Werkzeuge, die du als Privatanleger nutzen kannst - wenn du sie verstehst.
Wenn du wissen möchtest, wie du Optionen einsetzen kannst, starte mit der nächsten Lektion:
"Was ist ein Long Call?" (2 von 6)
(1) Wu, J., Wang, Y., Zhu, M., Zheng, H., & Li, L. (2023). Exotic option pricing model of the Black–Scholes formula: a proactive investment strategy. , 11.
https://doi.org/10.3389/fphy.2023.1201383.
(2) Wen, W., Yuan, Y., & Yang, J. (2021). Reinforcement Learning for Options Trading. Applied Sciences.
https://doi.org/10.3390/app112311208.
(3) Ye, B., Pu, H., Song, Y., & Jiang, J. (2025). Design and pricing of an option product for China's green electricity-carbon medium and long-term markets. Environmental Impact Assessment Review.
https://doi.org/10.1016/j.eiar.2025.107804.
(4) Zulfiqar, N., & Gulzar, S. (2021). Implied volatility estimation of bitcoin options and the stylized facts of option pricing. Financial Innovation, 7.
https://doi.org/10.1186/s40854-021-00280-y.
(5) Alaje, A., Olayiwola, M., Adedokun, K., Adedeji, J., Oladapo, A., & Akeem, Y. (2023). The modified homotopy perturbation method and its application to the dynamics of price evolution in Caputo-fractional order Black Scholes model. Beni-Suef University Journal of Basic and Applied Sciences, 12.
https://doi.org/10.1186/s43088-023-00433-1.
(6) Carbonneau, A., & Godin, F. (2020). Equal risk pricing of derivatives with deep hedging. Quantitative Finance, 21, 593 - 608.
https://doi.org/10.1080/14697688.2020.1806343.
(7) Carbonneau, A. (2020). Deep hedging of long-term financial derivatives. Insurance: Mathematics and Economics.
https://doi.org/10.1016/j.insmatheco.2021.03.017.
(8) Y., Pan, D., & Wang, T. (2020). Exchange options under clustered jump dynamics. Quantitative Finance, 20, 949 - 967.
https://doi.org/10.1080/14697688.2019.1704045.
(9) Xu, F., & , J. (2023). Intelligent option portfolio model with perspective of shadow price and risk-free profit. Financial Innovation, 9, 1-28.
https://doi.org/10.1186/s40854-023-00488-0.
(10) Chen, R., Zhou, H., Jin, C., & Liu, J. (2020). Discount or premium? Pricing of structured products: An analysis of Chinese market. International Review of Financial Analysis, 70, 101493.
https://doi.org/10.1016/j.irfa.2020.101493.
(11) Madan, D., & Wang, K. (2021). Pricing Product Options and Using Them to Complete Markets for Functions of Two Underlying Asset Prices. Journal of Risk and Financial Management.

Hey, ich bin Dean, der Kopf hinter Investolab, deiner Lernplattform für Investieren & Optionshandel.
Ich zeige Privatanlegern, wie sie strukturiert investieren und eigene Entscheidungen treffen.