Die 50-30-20 Regel: So verteilst du dein Einkommen richtig

Dean M. Gröning
von Dean M. Gröning
Die 50-30-20 Regel: So verteilst du dein Einkommen richtig

Inhaltsverzeichnis

  1. Was genau ist die 50-30-20 Regel?
  2. Ein Beispiel zum besseren Verständnis
  3. Warum die Regel - gerade für Anfänger - gut funktioniert
  4. Die 50-30-20 Regel in der Praxis

Das Wichtigste in der Zusammenfassung

  • Die 50-30-20 Regel ist ein prozentualer Einkommens-Verteiler
  • 50% deines Einkommens nutzt du für Notwendiges
  • 30% deines Einkommens nutzt du für Wünsche und Spaß
  • 20% deines Einkommens nutzt du für Sparen und ggf. Schuldenabbau
  • Es ist eine Regel, kein Gesetz. Du darfst/musst die Zahlen an deine Lebensumstände anpassen


Zum Investieren benötigst du Geld. Dieses Geld zweigen die meisten Privatanleger – genau wie ich auch – von ihrem monatlichen Einkommen ab. Oft liegt genau hier das Problem. Denn ich höre sehr oft: "Investieren ist nichts für mich, dafür habe ich kein Geld" oder "ich würde ja gerne investieren, aber wovon".

Solltest auch du dieses Problem haben, habe ich gute Nachrichten: Es gibt eine einfache Lösung, wie du schnell und simpel anfängst, Geld zur Seite zu legen. Und sobald dieser Automatismus bei dir funktioniert, kannst du im zweiten Schritt deine Ersparnisse gewinnbringend investieren. Die 50-30-20 Regel ist dafür der einfachste Einstieg in deine Finanzen, den ich kenne.


1. Was genau ist die 50-30-20 Regel?

Die 50-30-20 Regel ist eine Art Einkommensverteiler und stammt aus dem Buch ALL YOUR WORTH von Elizabeth Warren und ihrer Tochter Amelia Warren Tyagi. 

Die Grundidee: Du teilst dein monatliches Nettoeinkommen (also das, was nach Steuern auf deinem Konto landet) in drei Töpfe auf. Dadurch erhältst du absolute Klarheit, wie viel Geld du in welchem Bereich zur Verfügung hast und ausgeben kannst.

50 30 20 Regel Buch

50% für Notwendiges

Die Hälfte deines Einkommens solltest du für Notwendiges, deine unabdingbaren Lebenshaltungskosten verwenden. Also alles, was du zum Leben wirklich brauchst und worum du nicht herumkommst: 

  • Miete
  • Strom, Energie
  • Lebensmittel
  • Versicherungen
  • Handyvertrag
  • Fahrtkosten zur Arbeit
  • etc.

Solltest du dir unsicher sein, ob der jeweilige Posten hier rein gehört, nutze einfach die Faustregel: Wenn du es dir nicht leisten könntest, es zu streichen, ohne dass es wehtut, gehört es hierhin.

30% für Wünsche und Spaß

Der Spaß-Topf ist der schönste Teil des Systems. Du willst ja nicht nur überleben, sondern leben. Und dazu stehen dir 30% deines Einkommens zur Verfügung. Mit diesem Geld kannst du dir folgendes leisten:

  • Restaurantbesuche
  • Streaming-Abos
  • Kleidung über das Nötigste hinaus
  • Hobbys
  • Reisen
  • das neue Handy, obwohl das alte noch geht
  • usw.

Du musst dich nicht dafür rechtfertigen, wofür du dein Geld ausgibst, um das Leben zu genießen. Es sollten halt nur nicht mehr als 30% sein.

20% für Sparen und ggf. Schuldenabbau

Dies ist der wichtigste und entscheidende Teil des Plans: Der Topf, um den es in diesem Beitrag eigentlich geht. 20% deines Einkommens solltest du verwenden für:

  • Rücklagen für den Notfall
  • Altersvorsorge
  • Sparpläne
  • und falls notwendig/vorhanden: Schuldenabbau

Die Ausgaben in diesem Bereich bilden die Grundlage für deinen zukünftigen Wohlstand. Hier legst du den Grundstein für die sprichwörtliche Gans, die dir in Zukunft goldene Eier legen wird. 

2. Ein Beispiel zum besseren Verständnis

Machen wir uns die Regel an einem einfachen Beispiel fest. Angenommen, du hast 2.000 Euro netto im Monat zur Verfügung. Dann verteilst du dieses Geld nach dem folgenden Schema:

1.000 Euro (50%) für Miete, Nebenkosten, Lebensmittel, Versicherungen & Co.

600 Euro (30%) für alles, was Spaß macht 😃

400 Euro (20%) fürs Sparen

50 30 20 Regel Beispiel

Das Prinzip ist also total simpel. Du musst diese prozentuale Verteilung nur noch auf dein Netto-Einkommen anpassen.

3. Warum die Regel - gerade für Anfänger - gut funktioniert

Die Systematik besticht durch ihre Einfachheit.

Die Anwendung ist leichter als Kalorienzählen: Du musst nicht jeden Joghurt und jeden Riegel einzeln in eine App eintragen und tracken. Es reicht, deine Ausgaben grob den drei Kategorien zuzuordnen. 

Das senkt die Einstiegshürde enorm – die häufigste Ursache, warum Budgets scheitern, ist nämlich nicht fehlende Disziplin, sondern ein System, das zu kompliziert ist, um es durchzuhalten.

Merke: Wenn es nicht einfach ist, geht's einfach nicht 😃

Außerdem gibt dir die Regel eine ehrliche Rückmeldung: Wenn du merkst, dass deine Ausgaben in einem bestimmten Bereich zu hoch sind, kannst du anfangen, sofort bewusst gegenzusteuern.

4. Die 50-30-20 Regel in der Praxis

Nun geht es noch darum, das Ganze in der Praxis anzuwenden. Dazu musst du

  • dein Netto-Einkommen bestimmen
  • deine Ausgaben zuweisen
  • die 20% aktiv zur Seite legen

Außerdem solltest du die Regel an deine persönlichen Lebensumstände anpassen. In manchen Städten nimmt beispielsweise allein der Bereich Miete schon 50% ein. Dann bleibt für Wünsche und Sparen weniger übrig - und das ist völlig in Ordnung.

Wie ich persönlich mit der Regel umgehe, wie du sie auf deine Voraussetzungen anpasst und wie du die Verteilung ganz einfach automatisieren kannst, zeige ich dir im Mitglieder-Bereich.


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