6 Konten, ein System: Dein Geld verteilt sich fast von allein

Dean M. Gröning
von Dean M. Gröning
6 Konten, ein System: Dein Geld verteilt sich fast von allein

Inhaltsverzeichnis

  1. Was genau ist das 6-Konten-Modell?
  2. Ein Beispiel zum besseren Verständnis
  3. Warum das Modell gerade am Anfang gut funktioniert
  4. Die Umsetzung in der Praxis


Das Wichtigste in der Zusammenfassung

  • Das 6-Konten-Modell ist ein Einkommens-Verteiler mit sechs Töpfen
  • 55% deines Einkommens nutzt du für deinen Grundbedarf
  • 10% deines Einkommens nutzt du für Spaß, ohne schlechtes Gewissen
  • 10% deines Einkommens nutzt du für Bildung und Weiterbildung
  • 10% deines Einkommens nutzt du für dein Investment-Konto
  • 10% deines Einkommens nutzt du für größere Ziele und Anschaffungen
  • 5% deines Einkommens nutzt du für Spenden

Du hast ein Giro-Konto, alles läuft rein und raus – Miete, Netflix, Fitnessstudio, Pizza am Freitag, alles vom selben Topf. Am Monatsende ist - wie fast immer - wenig bis gar nichts mehr übrig. Kein Geld zum Investieren. 

Dann halt im nächsten Monat. Wird schon klappen.

Das Problem ist nicht, dass du zu wenig verdienst oder zu viel ausgibst. Das Problem ist, dass ein einziges Konto keine Struktur hat. Dein gesamtes Geld steht für alles zur Verfügung. Und meistens gewinnt dann ein Impuls a la "kann ich mir ja gerade leisten".

Die Lösung dafür ist nicht mehr Disziplin. Es ist ein System, das die Trennung für dich übernimmt, bevor du überhaupt in Versuchung kommst, das Geld auszugeben.

1. Was genau ist das 6-Konten-Modell?

Das 6-Konten-Modell stammt vom kanadischen Autor T. Harv Eker aus seinem Buch "Secrets of the Millionaire Mind". Die Grundidee: Du teilst dein monatliches Nettoeinkommen nicht gedanklich, sondern technisch auf sechs separate Konten auf. Jedes Konto hat einen festen Zweck und einen festen Anteil.

Der entscheidende Unterschied zu einem Budget im Kopf: Sobald du das Geld physisch auf dem jeweiligen Konto hast, ist die Entscheidung schon gefallen. Du musst nicht mehr bei jeder Ausgabe neu abwägen, ob du dir das "leisten kannst" – das hast du bereits einmal im Monat entschieden, als du das Geld verteilt hast.

6 Konten Modell T Harv Eker

55% für deinen Grundbedarf

Das hier ist dein bisheriges Giro-Konto. Und hier verbleiben etwas mehr als die Hälfte deiner Einnahmen. 

Damit bezahlst du dann alles, was notwendig ist, um leben zu können:

  • Miete
  • Nebenkosten
  • Lebensmittel
  • Versicherungen
  • Handyvertrag
  • Fahrtkosten
  • usw.

Hier geht es um die Basics, also alles, worum du absolut nicht herumkommst.

10% gehen auf dein Spaß-Konto

Das Leben darf bzw. muss auch Spaß machen. Und was sage ich immer zu meinem Neffen: Spaß kostet was 😆 

  • Restaurantbesuche
  • Streaming
  • Hobbys
  • das neue Handy, obwohl das alte noch geht

Dieser Topf ist wichtig, denn er gibt dem System Leichtigkeit. Also gib diese Beiträge aus, ohne schlechtes Gewissen, dafür mit echtem Genuss.

10% nutzt du für Bildung

Ein wichtiger Aspekt in diesem System ist dein persönliches Einkommen. Und du wirst dich nicht nur als Mensch weiterentwickeln und vermutlich auch höhere Einnahmen erzielen, je mehr du lernst und liest. Also investiere in dich:

  • Bücher
  • Kurse
  • Seminare

Alles, was dein Wissen und deine Fähigkeiten erweitert. Auch dieser Aspekt ist absolut wichtig, gerade in unserer heutigen, schnell-lebigen, technologie-getriebenen Dienstleistungsgesellschaft. Qualifizierte Menschen verdienen mehr als unqualifizierte. Punkt.

10% gehen auf dein Investment-Konto

Das wichtigste Konto im ganzen System. Und der entscheidende Aspekt zum Zustand vorher: Du transferierst die 10% gleich dem Eingang deines Einkommens auf ein separates Investment-Konto.

  • ETFs
  • Wertpapiere
  • Altersvorsorge

Dieses Geld wird nie ausgegeben, sondern ausschließlich investiert. Du kannst später Zinsen, Dividenden etc. entnehmen, aber der Grundstock bleibt unangetastet.

10% sparst du für größere Ziele

Was viele Menschen bei ihrer Finanzplanung vergessen: Unvorhergesehenes oder größere, geplante Anschaffungen: 

  • der nächste Urlaub
  • ein neues Auto
  • größere Reparaturen

Kein Notgroschen, sondern gezieltes Ansparen für etwas Konkretes. Dieser Baustein sorgt für deine notwendige Liquidität, damit du tatsächlich niemals an dein Investment-Konto ran musst.

5% sind für Spenden und gute Zwecke

In Nordamerika herrscht eine andere Kultur hinsichtlich Wohltätigkeit und Spenden. Daher sind hier Ausgaben für 

  • Spenden
  • Geschenke
  • Unterstützung für andere

beinhaltet. In Europa übernimmt das Sozialsystem viele dieser Aufgaben. Ob du trotzdem wohltätig sein möchtest, liegt bei dir.

2. Ein Beispiel zum besseren Verständnis

Nehmen wir einmal an, du hast ein monatliches Netto-Einkommen von 3.000 €. Dann funktioniert das 6-Konten-Modell nach dem folgenden Schema:

1.650 Euro (55%) für Grundbedarf

300 Euro (10%) für Spaß

300 Euro (10%) für Bildung

300 Euro (10%) fürs Investment-Konto

300 Euro (10%) für größere Ziele

150 Euro (5%) für Spenden

6 Konten Modell Aufteilung

Sechs Konten, fünf Überweisungen direkt nach dem Geldeingang und du weißt bei jedem Euro, wofür er da ist. Das ist Transparenz in Höchstform.

3. Warum das Modell gerade am Anfang gut funktioniert

Die Stärke des Systems liegt nicht in der Genauigkeit, sondern in der Automatisierung.

Sobald das Geld nach Gehaltseingang per Dauerauftrag auf die fünf weiteren Konten verteilt wird, musst du dich nicht mehr täglich entscheiden, ob du dir etwas "leisten kannst". Die Entscheidung ist längst gefallen – einmal im Monat, nicht bei jedem Kaffee.

Das ist der entscheidende Unterschied zu reiner Willenskraft: Willenskraft ist begrenzt und wird über den Monat hinweg schwächer. Du brauchst in 30 Tagen nur 5 schwache Minuten und das Geld ist ausgegeben. Statt gespart. 

Ein System, das ohne Disziplin funktioniert, ist einem System, das Disziplin voraussetzt, immer überlegen

Und genau wie bei jeder Verteilerregel gibt dir auch dieses Modell eine ehrliche Rückmeldung: Wenn ein Konto ständig überzogen ist, weißt du sofort, wo dein eigentliches Problem liegt.

4. Die Umsetzung in der Praxis

Um das Modell umzusetzen, brauchst du

  • ein Haupt-Konto und fünf weitere Unterkonten bei deiner Bank
  • einen Dauerauftrag pro Konto, direkt nach Gehaltseingang

Als ich zum ersten Mal von diesem System gelesen habe, war ich Feuer und Flamme und habe es sofort 1:1 umgesetzt. Leider war mein Erfolg nur mäßig. 

Damit die Kontoführungsgebühren und Kosten für Daueraufträge deine Investment-Gewinne nicht auffressen und du außerdem noch Geld für Steuernachzahlungen zur Verfügung hast, bedarf es einer Anpassung an deine persönlichen Lebensumstände.

Wie ich ich das alles gelöst habe und heute handhabe, zeige ich dir im Mitglieder-Bereich.

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Dean M. Gröning

Hey, ich bin Dean, der Kopf hinter Investolab, deiner Lernplattform für Investieren & Optionshandel. 

Erfolg an der Börse hat nichts mit Talent oder Zufall zu tun, sondern mit Einstellung und Wissen, das man lernen kann. Genau das zeige ich dir: evidenzbasiert, praxisnah, ohne Schönfärberei.