Anlageziele und -motive: Ohne dieses Fundament bleibt jede Strategie nur Zufall

Dean M. Gröning
von Dean M. Gröning
Anlageziele und -motive: Ohne dieses Fundament bleibt jede Strategie nur Zufall

Inhaltsverzeichnis

  1. Motive vs. Ziele: Wo liegt der Unterschied?
  2. Warum die meisten hier scheitern — bevor sie überhaupt anfangen
  3. Wie du deine Motive und Ziele findest
  4. Fazit

Das Wichtigste in der Zusammenfassung

  • Dein Motiv ist dein emotionales Warum
  • Ziele im Finanzbereich bestehen aus Betrag, Zeitpunkt und Zweck
  • Ohne Motiv hältst du in der ersten Krise nicht durch. 
  • Ohne Ziel(e) investierst du planlos, egal wie viel Kapital du hast
  • Motive und Ziele sind das Fundament jeder Investition


Nahezu jedes Gespräch über Geldanlage beginnt mit einer dieser beiden Fragen: "Ich habe Summe x zur Verfügung, in was soll ich die anlegen?" oder "Soll ich y kaufen?".

Das ist aus der Sicht des Anlegers die konkrete, drängende Fragestellung. Auf diese "einfache" Frage gibt es keine einfache Antwort, denn sie ist viel komplexer, als sie auf den ersten Blick aussehen mag. Deswegen sollte jeder seriöse Anlageprozess mit einer anderen Frage beginnen, nämlich mit "Was möchtest du mit deiner Investition erreichen?".


1. Motive vs. Ziele: Wo liegt der Unterschied?

Die Frage nach dem "was möchtest du erreichen" zielt inhaltlich auf die folgenden zwei Aspekte ab: Dein Anlagemotiv und dein(e) Anlageziel(e). 

Definition von Anlagemotiven

Dein Motiv ist dein Warum. 

Die tieferliegende Antriebskraft: unabhängig vom Job werden, den Kindern etwas hinterlassen, nicht mehr jeden Euro zweimal umdrehen müssen, die Altersversorgung sicherstellen usw. 

Motive sind emotional, oft unbewusst, und ändern sich selten.

Definition von Anlagezielen

Dein Ziel ist das Was und Wann. 

Ziele sind inhaltlich konkret, messbar und terminiert: 60.000 Euro Eigenkapital in sechs Jahren fürs Eigenheim. 800 Euro monatlich zusätzlich zur Rente ab 2050. 

Ein Ziel ist dein Motiv, übersetzt in eine Zahl mit Datum

Warum das Motiv alleine nicht ausreicht

Zwei Menschen wollen beide "mehr Sicherheit" - gleiches Motiv. 

Der eine will in fünf Jahren schuldenfrei sein, die andere in 25 Jahren eine Deckungslücke schließen. 

Unterschiedliche Ziele, unterschiedliche Strategien, obwohl das Motiv identisch klingt.


2. Warum die meisten hier scheitern — bevor sie überhaupt anfangen

Diese Verhaltensmuster begegnen mir ständig, und alle haben mit fehlender Klarheit über Motiv und Ziel zu tun.

Der "ungeduldige Macher"

Das erste Muster: Du handelst längst über eine App, hast ein Depot, checkst regelmäßig die Kurse. Und verwechselst diese Gewohnheit mit echtem Marktverständnis. 

Was fehlt, ist nicht Aktivität. 

Was fehlt, ist ein Ziel, an dem sich diese Aktivität überhaupt messen lässt. 

Ohne Ziel wird jede Eil-Meldung zur Handlungsaufforderung, obwohl sie keine ist.

Der "ängstliche Vermeider"

Das zweite Muster: Du verdienst gut, meidest aber die eigenen Finanzen aktiv - aus Sorge, etwas falsch zu machen oder die eigene Unwissenheit sichtbar werden zu lassen. 

Auch hier ist die Lösung nicht "einfach anfangen", sondern erstmal wissen, wofür. 

Ein Motiv ist der erste Schritt raus aus dem Wegschauen

Der "Zu-spät-Glauber"

Und dann die Variante, die ich besonders oft höre: "Mit 50 lohnt sich das doch kaum noch." 

Sollte auch dich dieser Gedanke umtreiben: Du rechnest hier mit dem falschen Zeithorizont — nicht bis zur Rente, sondern bis zum letzten Euro, den du wirklich brauchst. 

Rente ist kein Stichtag, an dem dein Geld aufhört zu arbeiten. Sie ist der Beginn deiner Entnahmephase, die oft nochmal 20 bis 30 Jahre dauert. 

Ein Teil deines Vermögens bleibt also über Jahrzehnte investiert, weit über den Renteneintritt hinaus.

Was in allen drei Fällen fehlt, ist nicht Wissen über ETFs oder Zinsen. Oder die Antwort auf die Frage, in was du investieren sollst.

Es ist die vorgelagerte Klarheit: Wofür genau, und bis wann genau.


3. Wie du deine Motive und Ziele findest

Damit kommen wir zum wichtigsten Part für die Praxis: Wie kannst du beides (Motiv und Ziel) für dich erarbeiten?

Wie du dein Motiv findest

Für dein Motiv: Frag dich "Warum will ich das?" und wiederhole die Frage bei jeder Antwort noch zweimal. 

"Ich will investieren." Warum? "Um Vermögen aufzubauen." Warum? "Damit ich mit 55 nicht mehr in Vollzeit arbeiten muss." 

Nach drei Runden bist du meist beim eigentlichen Motiv, nicht mehr bei der Oberfläche.

Wie du dein(e) Ziel(e) definierst

Für dein Ziel: Betrag, Zeitpunkt, Zweck. 

Wie viel brauchst du? Bis wann? Wofür genau? Fehlt eine der drei Angaben, hast du noch kein Ziel, sondern nur einen Wunsch.

Übrigens: Genau diesen Prozess - Motive strukturiert erarbeiten, Ziele priorisieren und in eine Anlagestrategie übersetzen, die zu deiner Lebensphase passt - gehen wir im Detail Schritt für Schritt im Mitgliederbereich durch.


4. Fazit

Motiv und Ziel(e) sind kein Vorgeplänkel vor der eigentlichen Entscheidung, sie sind der erste Teil davon. Die Basis. Das Fundament, auf dem alles steht.

Ob du zu aktiv handelst, ohne zu wissen wofür, die eigenen Finanzen komplett meidest, oder glaubst, mit 50 sei der Zug abgefahren: Die Lösung beginnt immer an derselben Stelle. 

Nicht mit einem Produkt. Mit einer Antwort auf die Frage, wofür du das hier eigentlich machst.

Jetzt nimm dir ein paar Minuten Zeit und fange am besten gleich an, deine Motive und Ziele zu fixieren. 

Viel Spaß und Erfolg dabei!

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Dean M. Gröning

Hey, ich bin Dean, der Kopf hinter Investolab, deiner Lernplattform für Investieren & Optionshandel. 

Erfolg an der Börse hat nichts mit Talent oder Zufall zu tun, sondern mit Einstellung und Wissen, das man lernen kann. Genau das zeige ich dir: evidenzbasiert, praxisnah, ohne Schönfärberei.