

In jedem Beratungsgespräch zur Geldanlage wird deine Bank nach deinen Einkommensverhältnissen fragen.
Um zu prüfen, ob du dir das Produkt leisten kannst. Sie will wissen, ob du als Kunde infrage kommst.
Du solltest dich ebenfalls um deine Einkommensverhältnisse kümmern, nur aus einem anderen Grund:
Frage: Wie viel Geld hast du monatlich zur freien Verfügung?
Das ist eine andere Frage – und die einzige, die für dich zählt.
Du solltest diese Frage jedoch auf keinen Fall überspringen, denn sie ist maßgeblich für deine Strategie.
Die meisten kennen ihr Gehalt auf den Euro genau. Wohin es am Ende des Monats verschwunden ist – deutlich weniger.
Bevor irgendetwas anderes Sinn ergibt, brauchst du Klarheit über deine Zahlungsströme.
Im Ergebnis solltest du den Betrag ermitteln, der dir monatlich zur freien Verfügung steht. Ohne, dass du das Geld - auch nicht mal kurz - für andere Zwecke benötigst.
Wenn du Hilfe bei der Ermittlung der Zahl benötigst: Im Mitgliederbereich zeige ich dir den genauen praktischen Ablauf.
Klingt banal. Ist es nicht. Die wenigsten prüfen das wirklich – sie gehen einfach davon aus, weil es über den Monat verteilt ja meistens irgendwie auskommt.
"Meistens irgendwie" ist keine Grundlage
Lustige Erfahrung: Je höher das Einkommen, desto geringer ist oftmals der freie Betrag.
Unsere Ansprüche wachsen in der Regel schneller als unser Gehalt. Wenn du also glauben solltest, dass du mit dem sparen anfangen kannst, wenn du mehr verdienst, muss ich dich enttäuschen.
Wer mit wenig Geld nicht gut haushalten kann, kann es mit viel Geld erst recht nicht.
Für das Investieren solltest du ausschließlich Geld verwenden, welches du nicht für andere Zwecke benötigst.
Manche Investitionen brauchen beispielsweise eine längere Anlagedauer, um die gewünschten Renditen zu erzielen.
Musst du nun "während der Laufzeit" aufgrund finanzieller Engpässe auf deine Investitionen zurückgreifen, kann das dazu führen, dass du zum sprichwörtlich schlechtesten Zeitpunkt verkaufst und Verluste machst.
Oftmals bekomme ich an dieser Stelle die Rückmeldung: Ich habe kein Geld zum investieren übrig. Ich starte, wenn ich mehr zur Verfügung habe.
Das ist ein (teurer) Trugschluss.
Beim Investieren ist die Höhe der monatlichen Summe zunächst unerheblich.
Entscheidend ist: Starten und dadurch Gewohnheit ausbilden
Egal, ob es 25 Euro im Monat oder 2.500 Euro sind.
25 tatsächlich angelegte Euro schlagen 50.000 Euro, die nur geplant sind - und geplant bleiben.
Dadurch, dass du startest, bildest du langfristig eine Gewohnheit aus.
Deine Gewohnheit ist der Hebel – nicht der Betrag
Wer mit einer kleinen Summe anfängt und dranbleibt, hat in fünf Jahren mehr als jemand, der auf den perfekten Moment mit der perfekten Summe wartet.
Deine Zahlungsströme sind übrigens nicht in Stein gemeißelt. Vielleicht möchtest du deinen freien Betrag erhöhen, ohne auf die nächste Gehaltserhöhung warten zu müssen.
Das funktioniert, indem du deine Ausgaben optimierst. In dem Zusammenhang haben sich ein paar Vorgehensweisen in der Praxis bewährt:
Mit der 50-30-20-Regel bekommst du eine grobe Verteilung – wie viel wofür.
Das 6-Konten-Modell automatisiert das Ganze, sodass du gar nicht mehr aktiv entscheiden musst.
Zum Beitrag: Die 50-30-20-Regel
Zum Beitrag: Das 6-Konten-Modell
Deine Einkommensverhältnisse sind keine Zahl fürs Bankgespräch.
Sie sind der Ausgangspunkt für (d)eine Gewohnheit.
Nicht wie viel du investierst, entscheidet über deinen Erfolg – sondern ob du überhaupt anfängst und dranbleibst.